EIN NEUER TOM ROB SMITH

Лев Степанович Демидов
Leo Stepanowitsch Demidow

Geboren: ca. 1923
Eltern: Stepan und Anna Demidow.
Familienstand: Verheiratet mit der Lehrerin Raisa Demidow.
Wohnhaft in: Moskau
Sonstiges: Zwei Adoptivtöchter, Soja und Elena. Das Vertrauen dieser Töchter müssen sich Leo und Raisa aufgrund der entsetzlichen Ereignisse, die zur Adoption führten („Kind 44”), über Jahre hinweg hart erarbeiten („Kolyma“).

 

 

Lebenslauf

Student am Zentralinstitut für Körperkultur. Im Trainingslager Mitischtschi Ausbildung in Nahkampf, Waffenkunde, Fallschirmsprüngen aus niedriger Höhe und Umgang mit Sprengstoff. Während des Großen Vaterländischen Krieges dem OMSBON zugeteilt, einer unabhängigen Panzergrenadierbrigade für Sonderoperationen hinter den feindlichen Linien. Auszeichnung mit dem Suworow-Orden zweiter Klasse. Nach dem Krieg versetzt zum Geheimdienst NKWD, dann Ermittler des daraus hervorgegangenen Staatssicherheitsdienstes MGB.

Seine Aufgabe: Überführung von Personen, die der antisowjetischen Agitation, konterrevolutionärer Umtriebe oder der Spionage verdächtig sind („Kind 44”).

„Die Aufgabe eines Ermittlers war es, an der Unschuld zu kratzen, bis die Schuld offengelegt war. Wenn man keine Schuld entdeckte, dann hatte man womöglich nicht lange genug gekratzt.“

Im Jahr 1953 zeitweilige Degradierung zum Utschastkowy, dem untersten Grad eines Milizbeamten, verbunden mit der Versetzung in den Ural. Später Leiter des neugegründeten Morddezernates in Moskau („Kolyma“). Die Arbeit des Morddezernats ist der strengsten Geheimhaltungsstufe unterworfen, sie berichtet direkt an die höchsten Stellen im Innenministerium und arbeitet als verdeckte Unterabteilung des Hauptbüros für Verbrechensbekämpfung.

„Kein Bürger konnte sich an das Morddezernat wenden, weil gar keiner wusste, dass es überhaupt existierte. Aus diesem Grund konnte Leo auch nicht im Radio zur Mithilfe aufrufen oder Zeugen bitten, sich zu melden. So etwas wäre gleichbedeutend gewesen mit der öffentlichen Bekanntmachung, dass es tatsächlich Verbrechen gab.“

Ende der fünfziger Jahre Austritt aus dem KGB, danach Werksleiter einer kleinen Fabrik. Seit Mitte der siebziger Jahre ist er in Kabul als sowjetischer Berater für das kommunistische Regime und die Geheimpolizei in Afghanistan tätig („Agent 6“). Dort erlebt er die sowjetische Invasion von 1979 mit, die ausgelöst wird, weil sich die kommunistische Regierung ohne Hilfe der UdSSR nicht gegen die Mudschaheddin behaupten kann.